Spielbericht von Fere Aeternitas

Wir hatten mittlerweile unser drittes Wochenende die Ereignisse rund um die Quanionsqueste gespielt. Diesmal ging es aufgrund der falschen Interpretation von Hinweisen, welche die Helden am Ende von ‚Der göttliche Funke‘ bekommen haben auf den Weg in den hohen Norden. Ich musste also einen Weg finden um den Helden nun die Möglichkeit zu bieten, ihr Rätsel doch noch richtig zu lösen. Wie immer waren als Helden dabei: 

  • Euer Liebden Arva-Lucia von Firdayon-Bethana, tatkräftige horasiche Adelige 
  • Euer Exzellenz Bonnaro Trequona Berlînghan 
  • Euer Hochwürden Schelacharwin Praiotius von Kaldenberg 
  • Euer Ehrwürden Armengo Brás di Balligur 
  • Euer Gnaden Ariadne von Rodiak zu Gernebruch 
  • Euer Gnade Birsel von Binsböckel 

Fere Aeternitas

02. Travia 1030 BF
Die Helden haben über die rätselhaften Symbole auf den Bruchstücken Araschars gerätselt und beschlossen, dass die Reise nach Glyndhaven führen soll. Da im Travia die nördlichen Meere leicht schon zugefroren sein können, wird den Suchenden eine Reise über Land empfohlen. Zusätzlich zu den Kutschern begleiten drei Bannstrahler die Gesellschaft.

Die Reise 

Der lange Weg nach Glyndhaven wird genutzt, um durch Gespräche einige Hintergründe der Helden zu beleuchten. So wird eine Hochzeit bei den Binsböckels gefeiert und Ariadne erfährt um die traurigen Ereignisse um ihrer Familie.

22. Travia 1030 BF 
In der Grünen Ebene trifft die Gruppe auf die Bernsteinkarawane, die überraschenderweise von Schelacharwins Bastardsohn – seiner Gnaden Praiotius Wiesenhügel – geführt wird. Das Verhältnis zwischen den beiden ist mehr als schlecht, da Praiotius seinem „Erzeuger“ vorwirft, seine Mutter in den Tod getrieben zu haben. Sie stürzte sich während der Namenlosen Tage 999 BF von einer Kuppel der Stadt des Lichts, da Schelacharwins Eltern die Beziehung nicht guthießen und Schelacharwin auf ihren Befehl hin den Kontakt zu seiner Geliebten und seinem Sohn vollständig abbrach. Ein erstes Gespräch mit ihm verläuft nicht erfreulich. Birsel, die den Kontakt mit ihm gesucht hat, stößt auf eine Mauer der Ablehnung und wird sogar von ihm angebrüllt.

Brás unterhält sich derweil mit einem der Sonnenlegionäre und erfährt, dass Quenia Goldwige vom Berg auf Kloster Auridalur als Äbtissin dient.

Aufgrund der angespannten Stimmung, aber auch wegen des langsamen Reisetempos der Bernsteinkarawane entschließt sich die Gruppe sie hinter sich zu lassen. Bald wird der Schnee zu heftig und das Gelände zu unwegsam für die Kutschen und die Weiterreise muss ab Norburg mit anderen Transportmitteln fortgesetzt werden. Teils zu Pferd, teils auf Flusskähnen bewegt sich die Reisegruppe immer weiter nach Norden. 

11. Boron 1030 BF 

Die Lichtsucher erreichen Frisov, ein kleines Dorf an der Mündung des Frisund in die Bernsteinbucht. Dort rät man ihnen, den weiteren Weg nach Glyndhaven mit dem Schiff zurückzulegen. Die Brecheisbucht sei noch nicht zugefroren, da die Vulkane in der Gegend ausgebrochen seien. Diese erwärmen die Erde und verdunkeln mit ihrer Asche den Himmel, so dass es meist wirkt, als sei es Nacht. Die Suchenden nehmen den Rat an, weshalb man Passage auf der Polardiamant erwirbt. Der Weg über die von Eisschollen bedeckte Bernsteinbucht soll durch einen Zwischenhalt bei einem Umschlagplatz auf der Halbinsel Nikku unterbrochen werden, doch vom Kai dringen Kampfgeräusche über das Wasser. Die Schneegoblins, die den Posten überfallen, stellen kein großes Hindernis dar und werden getötet oder vertrieben.

Ein gefangener Goblin wird Schelacharwin überlassen, um einen Schuldspruch über ihn zu fällen. Der Geweihte muss darum nicht lange gebeten werden. Während er zunächst versucht überhaupt mit dem Goblin zu kommunizieren – der Delinquent ist weder des Garethi, geschweige denn des Bosparano mächtig – sind die drei geretteten norbardischen Händler auffällig daran interessiert, dass alle ins Haus kommen und sich nicht zu genau umsehen. Ariadne und Bonnaro kommt das merkwürdig vor, woraufhin sie darauf bestehen, sich in der Umgebung umzuschauen. Einer der Händler verspricht sie zu einer heißen Quelle zu führen, will aber ganz offensichtlich nur verhindern, dass die beiden allein herumschnüffeln. Das gelingt ihm aber nicht. 

Als Ariadne und Bonnaro die Spuren des Überfalls bei dem Boot der Händler untersuchen, entdecken sie ein zu Bruch gegangenes Tranfass, auf das es die Goblins offensichtlich abgesehen hatten. Doch zu ihrer Überraschung entdecken sie darin in Beuteln versteckten Bernstein. Offenbar sind die norbadischen Händler am Posten Schmuggler, die das Bernsteinmonopol der Praios-Kirche umgehen. Ungehalten fordern sie den Händler auf, auch die anderen Fässer, welche noch auf dem Boot sind, zu öffnen und finden weiteren Bernstein in insgesamt zwölf Fässern! Ariadne nimmt die Beweise an sich und gemeinsam mit Bonnaro stellen sie die Norbarden im Haus zur Rede. Diese schwärzen die Verwalterin des Kontors Irgeljoff in Glyndhaven – eine gewisse Janka – an die Drahtzieherin der Operation zu sein. Die Gruppe beschließt die drei Verbrecher mit nach Glyndhaven zu nehmen. Den Goblin lassen sie laufen. 

12. Boron 1030 BF 

Abends erreicht die Polardiamant endlich den Krustensand von Glyndhaven. Dort dankt Lucia im Tempel des Efferd für die Überfahrt. Hoch über der Stadt thront das Hüterkloster Auridalur auf einem Hügel. Die erhabene Position stellt jedoch nicht die wahren Machtverhältnisse im Ort dar, denn die Anlegenden erfahren, dass eigentlich eine mächtige Norbardensippe – die Irgeljoffs – die Zügel in der Hand hält.

Als die Lichtsucher im Kloster vorstellig werden, erfahren sie, dass auch die Äbtissin, die Hohe Hüterin Quenia Goldwige vom Berg – eine Base Leomars vom Berg – nicht die Macht hat, den Bernsteinschmuggel gänzlich zu unterbinden. Die Durchsetzung des göttlichen Rechts ist mit den elf Bewaffneten des Klosters gegen die sechzigköpfige Familie Irgeljoff schwerlich möglich. Und an der Quelle unterbinden lässt sich der Schwarzhandel auch nicht, da es für die Familie Irgeljoff leider rentabel ist, den Bernsteinschmugglern den doppelten Preis für den gefunden Bernstein zu zahlen, den die Kirche des Götterfürsten gibt. 

Noch spät am Abend gehen alle zum Kontor Irgeljoff in die Stadt. Die Norbarden fordern jedoch ein neutrales Gericht in Form des örtlichen Phex-Geweihten Ribukil, da sie die Praioskirche in der Sache des Bernsteinhandels für befangen halten.

Noch während der Gespräche mit den Norbarden beginnen die Bernsteine in Ariadnes Beutel zu vibrieren. Auf dem Rückweg zum Kloster erzählt sie den anderen davon. Vor dem Kloster stoßen die Lichtsuchenden dann auf drei Goblins, die wie in Trance zum Kloster hinaufstarren. Arva-Lucia nähert sich ihnen, daraufhin laufen sie mit merkwürdig synchronen Bewegungen davon. Als Bonnaro sie anruft, drehen sie sich wieder wie eine Person um und schauen ihn einen Moment an, ehe sie weiter davonlaufen. Die Gruppe verfolgt die Goblins. Als sie jedoch ins Dorf zurückkehren, endet ihr merkwürdiges Verhalten und sie gehen ganz normal weiter zum Goblinlager.  

In der Zwischenzeit haben auch die Bernsteine aufgehört zu vibrieren.

13. Boron 1030 BF 

In der Nacht werden Brás, Schelacharwin und Lucia von einem seltsamen Summen geweckt, während Ariadne vom erneuten Vibrieren des Bernsteins in ihrer Hand aufwacht. Schelacharwin, Arva-Lucia und Ariadne treffen sich auf dem Flur. Ariadne folgt Schelacharwin, der zur Quelle des Geräusches will.

Die Vorausgeeilten entdecken inzwischen, dass der gesamte Bernsteinvorrat des Klosters zu vibrieren begonnen hat und sich mittlerweile kleine Risse in dem heiligen Stein bilden. Zudem haben sich immer mehr Bewohner des Dorfes in der gleichen Trance wie am Abend zuvor die Goblins um das Kloster versammelt. Irgendwann finden sich alle Suchenden zusammen mit Quenia vom Berg auf dem Turm des Klosters wieder. Brás fühlt sich von dem Geräusch an Bienensummen erinnert und Ariadne sieht darin einen Zusammenhang zu dem schwarmhaften Verhalten der Bewohner des Dorfes. 

Brás forscht daraufhin mit Schelacharwin noch vor Sonnenaufgang in der Bibliothek des Kosters nach. Er vermutet, dass Diener von Mokoscha – die norbadische bienengestaltige Gemeinschaftsgöttin – den Bernstein zerstören wollen, um die Insekten aus ihren Einschlüssen zu befreien. Bei der Recherche stellt sich jedoch heraus, dass der Bernstein auch Mokoscha heilig ist, weshalb Brás seine Theorie überdenkt und eine dritte Partei – „finstere Insektensekten“ – als Verursacher der Bernsteinzerstörungen vermutet. Außerdem stößt Schelacharwin auf die Legende vom „Bernsteinschloss“, die allerdings von beiden als folkloristischer Humbug abgetan wird.

Ariadne und Lucia brechen ins Dorf auf, um auf Anraten der Hohen Hüterin Quenia den Phex-Geweihten Ribukil zu holen, da es einen Mokoscha-Schrein im Haus des Silberfuchses geben soll. Zu ihrer großen Erleichterung starren die Dorfbewohner, die sich immer zahlreicher um das Kloster versammeln, nur kurz uniform zu ihnen und behelligen die beiden Frauen auf ihrem Weg nicht.  

An der Tür des Phextempels hören die beiden, als sie nach dem Klopfen darauf warten, dass jemand die Tür öffnet, erneut das merkwürdige Summen. Kurzerhaft bricht Ariadne die Tür auf. Im Tempel des Phex bei dem Mokoschaschrein stoßen sie auf einige sich höchst seltsam verhaltene Insekten, die sich in Formation bewegen und versuchen aus dem Tempel zu gelangen. Anscheinend sind sie aus dem Bernstein gebrochen, der beim Mokoscha-Schreins als Gabe an die Göttin dargebracht worden war. Der Bernstein vibriert hier noch stärker als oben im Kloster – auch die Stücke, die Ariadne noch immer bei sich trägt. Lucia, die den Insekten kurzer Hand den Gar aus macht, überlegt kurz auch den Schrein zu zerstören, kann sich aber nicht überwinden ein Heiligtum einer noch so fremden Göttin zu vernichten. Auf dem Rückweg zum Kloster bemerken die beiden sich merkwürdig gebarende Insekten: Asselspinnen ziehen in gerader Linie über den Marktplatz zum Strand. Der Geweihte des Fuchses begleitet die beiden zurück zum Kloster, wo er gleich in einen Konflikt mit Schelacharwin bezüglich des Bernsteinmonopols der Praios-Kirche verwickelt wird. Wirklich Erhellendes kann er aber zu den seltsamen Vorkommnissen nicht beitragen.

Die Gruppe trifft in der Bibliothek wieder zusammen, wo man die bisherigen Erkenntnisse diskutiert. Als der beherrschende Bann irgendwann auch Lucia befällt, kann er erst gelöst werden, als Brás einen Harmoniesegen auf sie wirkt. Sie berichtet von Einflüsterungen einer „Mutter“, die befiehlt aus dem „Sonnenschiff“ befreit zu werden. Es seien allerdings noch nicht genug, darum sollte sie einfach warten. Sie ist sich sicher, dass der Ruf aus dem Dorf erklungen ist, und die sechs beschließen den sich seltsam verhaltenden Insekten zu folgen. Diese Spur führt sie zu einer kleinen Hütte nahe des schmalen Flusses, in dem sie eine schreckliche Entdeckung machen. In einen Kokon eingesponnen hängt der blutleere Leichnam eines Pelzjägers von der Decke, der erst am vorherigen Tag nach Glyndhaven zurückgekehrt ist. Außerdem finden sie eingeschlagen in Pelze ein seltsames ovales Objekt, das mit einer gallertartigen Flüssigkeit gefüllt zu sein scheint und an einem Ende ein stetes Leuchten ausstrahlt, das die Position mit der Drehung des Objektes ändert und immer in eine Richtung zeigt. Als der Harmoniesegen, der auf Lucia liegt, nachlässt, stellen die Lichtsucher fest, dass nicht nur das mysteriöse Leuchten, sondern auch der beherrschende Ruf, der die Bewohner Glyndhavens kontrolliert, von diesem Gebilde auszugehen scheint. Glücklicherweise lässt sich beides durch eine ausreichende Menge Bernstein neutralisieren, wie die Gruppe durch ein Experiment herausfindet.  

Nachdem sie wieder bei klarem Verstand ist, will Arva-Lucia das Gallertobjekt mit einem gezielten Schuss zerstören. Das zeigt allerdings überhaupt keine Wirkung. Schlussendlich nimmt die Prinzessin das Objekt an sich und nutzt es als Kompass.

Dem Leuchten des Gallertkompasses folgend, führt der sie am Kloster vorbei weiter in den Norden und es wird schnell ersichtlich, dass eine Weiterreise zu Fuß unsinnig ist. Zu diesem Zweck werden drei Hundeschlitten inklusive zweier nivesischer Führer namens Vaala und Eiko und einer praiosgläubigen Norbardin mit dem Namen Sanya angeheuert. 

In der Zwischenzeit ist die Sonne hinter den Aschewolken der Vulkane aufgegangen. Im Morgengrauen des 14. Boron 1030 BF verlassen die Lichtsucher Glyndhaven. 

14. Boron 1030 BF 

Um auf der Reise die Richtung nicht zu verlieren, nimmt Arva-Lucia regelmäßig die Bernsteine von dem Objekt, denn die Bernsteine unterdrücken auch das Leuchten. Als sie dies am Nachmittag tut, ertönt ein gewaltiges Lärmen durch die eisige Landschaft. Recht bald stößt die Expedition auf der Suche nach dem Ursprung des Geräusches auf eine große Senke, die mit riesigen geplatzten Bernsteinkugeln übersät ist. Eine Untersuchung der Bruchstücke deutet darauf hin, dass darin gigantische Insektoide eingeschlossen waren, von denen allerdings jede Spur fehlt. Noch unheilvoller wird die Weiterreise dadurch, dass nach einiger Zeit ein einsames Hundegejaul zu einem umgestürzten Schlitten führt. Ein einziger Hund, der die anderen getötet hat, um zu überleben, und der Leichnam eines Pelzjägers im umgestürzten Schlitten zeichnen ein seltsames Bild. Die Spuren eines weiteren Menschen, die vom Schlitten wegführen, enden abrupt. Brás spricht einen Grabsegen für die toten Jäger und Ariadne gestattet den nivesischen Führern von den Fellen der Gefallenen mitzunehmen, da sie die beiden kannten.

Wie gefährlich es auch ohne die seltsamen Vorkommnisse um den Bernstein und die Insekten im Hohen Norden werden kann, zeigt sich als urplötzlich ein Schneesturm über die Gruppe hereinbricht. Die Schlittenführerin Vaala spurtet los um Bonnaro und Lucia zu warnen, die sich etwas von den anderen entfernt haben und erreicht sie gerade noch rechtzeitig. Allen gelingt es, sich rechtzeitig in eine Schneehöhle einzugraben und den Sturm unbeschadet zu überstehen. 

15. Boron 1030 BF 

Als die Gruppe eines Nachts rastet und wie üblich Höhlen gegraben hat um in der Kälte zu überleben, bricht plötzlich die, in der Brás, Bonnaro und Schelacharwin schlafen, unter ihnen ein. Sie stürzen mehrere Schritt und Brás wird in absoluter Dunkelheit von einem unbekannten Wesen attackiert, dass nur aus Stacheln, Zangen und anderen scharfen Objekten zu bestehen scheint. Während Schelacharwin das Licht des Herrn herbeiruft, attackiert Bonnaro den Gegner und rettet Brás mit einem Blendstrahl aus den Klauen der Kreatur.

Währenddessen ist die Höhle der Frauen etwas abgesackt, aber nicht eingestürzt. Sie kämpfen sich aus dem Schnee und entdecken den Krater, der den Ort markiert, an dem die Höhle der anderen eingestürzt ist und von wo die Schreie und Rufe der anderen dringen. Birsel und Ariadne lassen Lucia mit einem Seil in die Höhle herab, die alsbald im hellen Licht Praios’ erstrahlt. Der Gegner, dem sie sich gegenübersehen ist ein gigantisches Insekt, das am ehesten einer großen Praiosanbeterin gleicht. Mit gemeinsamen Kräften können sie den Gegner bezwingen und stellen zum einen fest, dass sich das Wesen gezielt unter die Höhle gegraben hat um zu attackieren und zum anderen, dass seine Gestalt zu den Ausbruchsspuren im Bernstein in der Senke passt.

16. Boron 1030 BF 

Die Reise scheint zu einem abrupten Ende zu kommen, als ein gigantischer Spalt von gut 50 Schritt Breite die Landschaft durchzieht und auch die Schlittenführer zugeben noch nie so weit in den Norden vorgedrungen zu sein. Doch als die Gruppe weiter quer zur angezeigten Richtung am Spalt entlangreist, erkennen sie am Horizont irgendwann ein seltsames Objekt, dass den Spalt überspannt. Es handelt sich um eine gigantische Brücke aus Eis, deren Bau nicht mit derischen Mitteln zu erklären ist. In sie eingeschlossen sind weitere große perfekte Bernsteinkugeln. Birsel wirkt eine Liturgie und erkennt, dass alles Land jenseits der Brücke eine “Bastion Praios’” ist, als hätte der Götterfürst eine Wehrmauer errichtet. Doch, welch Teufelei, die Brücke schmilzt! Da die Brücke für die Hundeschlitten unpassierbar ist, werden sie gemeinsam mit den drei Führern zurückgelassen und die Reise zu Fuß fortgesetzt.

 
18. Boron 1030 BF 

Die Gryphonenpyramide

Schließlich erreichen die Lichtsucher ein seltsames Bauwerk, vollständig von Raureif eingeschlossen. Ein quadratischer Bau mit vier kleineren Kammern an den Ecken ragt aus dem Schnee, von denen eine eingestürzt zu sein scheint. Er scheint aus fugenlos verarbeitetem Stein und einem seltsamen golden schimmernden Holz gefertigt zu sein, das schon am Tor des Klosters Auridalur aufgefallen ist. Eine weitere Übereinstimmung mit dem Praioskloster findet sich in einer dreieckigen Öffnung, die in den Bau hineinführt doch auf dem Kopf zu stehen scheint. Als die sechs hineingeklettert sind, offenbart sich, dass nicht der Eingang auf dem Kopf steht, sondern das gesamte Gebäude. Die eigentliche Decke, auf der sie sich nun bewegen, zeigt ein gigantisches prächtiges Mosaik, auf dem katzenköpfige humanoide Wesen zu sehen sind, welche vor vier kleineren (die Abmessungen entsprechen dem Gebäude, das die Lichtsucher gerade betreten haben) und einer großen fliegenden Pyramiden dargestellt sind. Schelacharwin kann diese als Gryphonen – das sagenhafte erwählte Volk Praios‘! – identifizieren. Ariadne rezitiert daraufhin aus der Offenbarung der Sonne über den Untergang der Gryphonen. Ein Altarstein hängt im Zentrum vom Boden, welcher genau die Form des Zeichens hat, das auf Arva-Lucias Splitter Araschars zu sehen ist. In den vier Ausbauten finden sich dicht beschriftete Obelisken, die nun allesamt von der Decke hängen und von unklarem Zweck sind. Auf dem Bodem liegt jeweils eine, zum Teil zerbrochene Steintafel, welche auch mit den eckigen Schriftzeichen der Gryphonen bestückt sind, deren Zweck unklar bleibt. Ebenfalls in den vier Ecken befinden sich Treppenhäuser, die durch die Lage des Gebäudes nur kletternd zu bewältigen sind.

Ariadne bittet Arva-Lucia nach dem leuchtenden Objekt zu sehen. Dieses strahlt nun vollständig und zieht die Prinzessin nach unten, in die Obergeschosse des Gebäudes. Und die Stimme sagt ihr, dass es nun sehr bald genug seien … Also macht die Gruppe sich auf den Weg nach unten.  

Als sie die unterirdische zweite Ebene erreichen, auf der von den Treppen Gänge in einen kleineren zentralen Raum führen und die von zerfallenden Überresten der ursprünglichen Einrichtung übersäht ist, offenbart sich die Architektur des Baus – es handelt sich um eine auf den Kopf gestellte Stufenpyramide. Die ganze Zeit über zeigt der fremdartige Kompass, der die Lichtsucher an diesen Ort geführt hat, weiter nach unten, auch wenn immer mehr Bernstein benötigt wird, um sein Leuchten und den beherrschenden Ruf zu neutralisieren. Eine Öffnung in der Mitte des Raumes im Boden führt schließlich in die letzte Ebene. Die ehemalige Decke ziert ein detailliertes Mosaik Aventuriens, doch gleicht die Karte keiner Aufzeichnung, die die Eindringlinge kennen. Die Küstenverläufe unterscheiden sich stark, Landbrücken existieren, wo heute das Meer regiert und dort, wo sich jetzt die Sande der Khôm befinden, prägen Wälder und Auen die Landschaft. Ganz im Norden ist eine scheinbar fugenlos eingelassene achteckige Sonnenscheibe aus Gold zu sehen, die den Lichtsuchern bereits auf den Splittern Araschars begegnet ist, und von einem hellen Fleck Licht angestrahlt wird, dessen Quelle nicht zu offenbaren ist. In jede der vier Seiten der Kammer ist ein Fenster eingelassen, das jeweils eine Szenerie zeigt, bei der es sich offensichtlich um eine nahezu perfekte Illusion handeln muss – immerhin befindet sich der Raum jetzt tief unter der Erde. Im Norden ist der Nordstern über gebirgigen Hügeln zu sehen, im Süden die hoch stehende Praiosscheibe, ebenfalls über Hügeln. Im Osten geht die Sonne über dem Meer auf und im Westen darüber unter. Gemeinsam mit dem Sternbild des Bären, das den ehemaligen Boden der Kammer mit der Öffnung ziert, kommen die sechs nicht umhin sich an die Splitter Araschars erinnert zu fühlen. Brás beginnt mit der Kartographierung der Anlage.

 
Ariadne findet heraus, dass sich die Stände von Nordstern und hochstehender Praiosscheibe im Süden, die nicht der Abbildung auf den Splittern des Schwertes entsprechen, mittels im Rahmen eingelassener Bernsteinelemente regulieren lassen. Mit der Änderung in den Fensterillusionen wandert der helle Lichtpunkt auf dem Aventurienmosaik weiter nach Süden – und die eingelassene Praiosscheibe folgt ihm wie von Zauberhand. Als die Einstellungen denen der Splitter Araschars entsprechen, bleibt das Symbol dort stehen, wo sich heute die nördliche Khôm befindet. Doch bevor die Lichtsucher über diesen neuen Fingerzeig reden können, durchbricht das seltsame Gallertobjekt die Neutralisation der Bernsteine und sendet einen gewaltigen Ruf aus, der von einer Entität zu stammen scheint, die unter der Pyramide begraben ist: “Befreit mich!” Im gleichen Augenblick wird die Gruppe von einer Horde riesiger Insekten angegriffen, die dem Ruf ihrer „Mutter“ Folge leisten und das Gebäude zum Einsturz bringen wollen.  

Zu den Insektenkriegern, von denen ein Exemplar den Lichtsuchenden bereits in der Schneehöhle zugesetzt hat, haben sich mehrere fliegende Kundschafter und zwei gigantische gepanzerte Wesen gesellt, die zudem in der Lage sind ätzende Säure zu spucken.

 Birsel und Bonnaro rufen den zerschmetternden Bannstrahl aus dem Himmel auf die Insekten herab und vernichten damit alle fliegenden Insekten und verletzen alle anderen schwer. Ariadne und Schelacharwin sprechen im Chor einen Ruf nach einer Rüstung, die sie in gleißendes Licht hüllt. Brás wirkt einen Schutzsegen als Refugium für die Kämpfenden, welcher auf dem Boden als bernsteinerfülltes Achteck erscheint.  

Während des Kampfes müssen die anderen mit ansehen wie Bonnaro vom Säurestrahl eines der riesigen gepanzerten Insekten schwer verätzt und sein Körper zermalmt wird. Auch Schelacharwin wird schwer verletzt. Arva-Lucia, Birsel und Ariadne können den Kampf aber schlussendlich für sich entscheiden. Um Bonnaro und Schelacharwin zu retten, deren Leben am seidenen Faden hängt, sprechen die Geweihten, die noch bei Bewusstsein sind, unter Brás Führung einen Heilungssegen für die ganze Gruppe.

23. Boron 1030 BF 

Die Gruppe kehrt zurück ins Kloster Auridalur und berichtet der Hohen Hüterin von den Vorkommnissen. Im Ort ist mittlerweile wieder alles normal. Die Menschen wurden augenscheinlich von dem Verstärker, welchen die Gruppe als Kompass verwendet hat, beeinflusst und haben den Befehl nicht richtig verstanden, da das einzige „Sonnenschiff“, das sie kannten, das Kloster war.

Mittlerweile ist auch die Bernsteinkarawane angekommen. Schelacharwin besteht auf einem Prozess für die Bernsteinschmuggler, auch wenn eigentlich klar ist, dass dies keine grundsätzliche Änderung der Umstände nach sich ziehen wird. Nach dem Urteil, bei dem Janka als Kopf der Bernsteinschmuggler jedoch um des lieben Frieden Willens ungeschoren davon kommt, reisen die Lichtsucher nach Süden ab.

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