Der Mondenkaiser – Schatten über Punin

Nachdem ich in dem letzten Artikel einen Blick auf die Vorabenteuer für den Mondenkaiser geworfen habe will ich mich diesmal mit dem ersten Teil der Handlung beschäftigen. Doch vorher ein paar kurze Worte zum Präludium und dem Auftakt.

Das Präludium versucht scheinbar auszugleichen, was ich in meinem letzten Beitrag schon bemängelt habe – es gibt einfach zu wenig Vorabenteuer. Im Präludium also werden Handlungsfäden aufgezeichnet, die ein Spielleiter nutzen kann, um das Fehlen auszugleichen. Jedoch bedeutet es auch viel Zusatzarbeit für den Spielleiter und eigentlich gehört diese Aufstellung der Ereignisse, die vor dem Abenteuerplot liegen, in den Aventurischen Boten, was leider auch versäumt wurde. Ein Auslagern in den Boten hätte dann auch ein paar Seiten frei gemacht, so dass einige Szenen weniger im reinen Rohgerüst in dem Band gelandet wären

Den Auftakt ist für mich eine große Ablenkung, um einem Spielleiter zu suggerieren, dass das Abenteuer mit allen denkbaren Konstellationen der Gruppe spielbar ist. Dies mag durchaus so sein, aber es wird nirgendwo auf den essenziellen Tipp eingegangen, den ich für alle zukünftigen Spielleiter habe: Spielt es mit einer Themengruppe, die mit Almada verwurzelt ist! Vielleicht ist dieser Tipp stark von meinen Vorlieben im Rollenspiel geprägt, aber ich bin überzeugt, dass ihr hierdurch eine deutlich dichtere Gesichte erzeugen könnt, als es eine willkürliche Konstellation der Charaktere kann.

Nun aber zum eigentlichen Thema – dem Kapitel ‚Schatten über Punin‘. An Handlung umfasst es das Fest zur Geburt des Thronfolgers Raul Eslam von Gareth mit dem Abschlussbankett als Abschluss. Bei diesem Kapitel, wie auch beim kompletten ersten Teil des Abenteuers, wird einem vor allem ein Setting geboten, aber kaum ausgestaltete Geschichte.

Der Teil wird eingeleitet mit der Situation im von den Almadinhüter regierten Punin. Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber es wäre einfach viel schöner gelöst, wenn diese Stimmung in einem Vorabenteuer aufgebaut würde. Die vorgeschlagenen Szenen zu der neuen Situation in Punin sind auch sehr stimmungsvoll, gehen jedoch wie ich meine in dem dominanteren Turnier etwas unter. Hier sollte man sich auf jeden Fall Gedanken machen, wie man die Herrschaft der Almadinhüter passend darstellt. Getrieben von dem Hintergrund einer Heldin, die als Korgeweihte eh nicht an dem Turnier teilnehmen konnte, habe ich folgende Handlung entworfen:

Cydonia muss sich am Folgetag in der Arena einem Duell auf Leben und Tod stellen, da sie im Verlauf der Unruhen zwei Almadinhüter getötet hat, die Unschuldige verhaften wollten. Am Abend essen die Helden gemeinsam und versuchen, die Angst vor dem nächsten Tag zu verdrängen.

Am folgenden Morgen wird Cydonia in den Kerker gebracht und angekettet. Vesijo de Fuente besucht sie und verletzt sie während eines Monologes schwer mit einem Stilett, bevor sie in die Arena gebracht wird. Trotzdem siegt sie gegen ihre Gegnerin Aldrez Vincenza. Die Almadinhüter kommen daraufhin auf Cydonia zu. Die restlichen Helden schaffen es die Stadtgarde zu sich zu rufen und zu Cydonia in die Arena zu kommen. Almadara Vincenza, die Schwester der Verstorbenen, will auf Cydonia losgehen, wird aber zurückgehalten. Die Helden suchen gemeinsam Asyl in der Halle des Heiligen Caralus, wo ihre Wunden versorgt werden.

Neben der aufgeheizten Stimmung in Punin finden dann noch die Wettstreite statt, die mit Waffen, Gesang oder auf der Rennbahn ausgetragen werden. Leider wird nur beim Bardenwettstreit die Möglichkeit genutzt, wie man die Wettbewerbe in die Rahmenhandlung einbinden kann (und auch hier nur rudimentär). Das hat ‚Schlacht in den Wolken‘ besser gelöst. Hier ist es also wichtig, dass in verschiedenen Szenen die vielen wichtigen Menschen dargestellt werden und das Beziehungsgeflecht etwas klar wird, insbesondere wenn man (ja schon wieder der Hinweis) mangels Vorabenteuer dieses noch nicht gemacht hat. Baut also Szenen kleine Szenen ein, die etwas Geschichte neben dem Würfeln bringen.

  • Rashid el-Ankhra ist ständig den Anfeindungen der Almadinhüter ausgesetzt und will sich vom Turnier zurückziehen. Die Helden können ihn zum Bleiben überreden – oder sich freuen, dass es einen Gegner weniger gibt.
  • Ansvin Ferbas von Al’Muktur unterhält sich nach einem Kampf mit einem Helden und jammert über sein lahmes Bein. Die Helden erfahren so von der Beziehung zwischen Ansvin und Gwain.
  • Am zweiten Tag steht ein Duell zwischen Gendahar und einem Helden an. Eventuell kann man sich aber einen Vorteil erarbeiten, wenn eine Heldin ihn am Abend dazu verführen kann, sich dem Wein mehr als gut für ihn ist zuzuwenden.

Weitere Anregungen findet ihr in dem Artikel ‚Das Turnier für Nichtkämpfer‘ zu ‚Schlacht in den Wolken‘.

Ich habe in meiner Runde beim Tauffest dann noch El’Fenneq auftreten lassen, der in Flugblättern zum Widerstand gegen die Almadinhüter aufruft. Wenn man sich dann das Abschlussbankett anschaut, dann sieht man, was einem geboten wird, wenn die Autoren sich die Mühe geben, Szenen auszugestalten. Hier tritt beeindruckend Commandanta Katalinya auf, Gwain und Vesijo geraten aneinander und der Kaiser verhält sich angemessen seltsam. Das sind prima Elemente, um ein denkwürdiges Bankett zu veranstalten. Warum jedoch eine komplette halbe Seite für Fächersprache verschwendet wird, erschließt sich mir überhaupt nicht, vor allem, wenn man sich die sparsame Ausarbeitung in den folgenden Kapiteln anschaut.

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